Hans Schmerbeck wäre 100 Jahre alt geworden – ein Bürgermeister, der Neuenrade geprägt hat
Zum 100sten Geburtstag von Hans Schmerbeck
CDU Neuenrade erinnert an einen der prägendsten Kommunalpolitiker der Stadtgeschichte
Am 10. September 2026 wäre Hans Schmerbeck 100 Jahre alt geworden. Für die CDU Neuenrade ist dies ein Anlass, an einen Mann zu erinnern, dessen Name wie kaum ein anderer mit der Entwicklung Neuenrades verbunden ist.
Hans Schmerbeck wurde am 10. September 1926 geboren und verstarb am 12. Juni 2005. Von 1964 bis 1999 stand er nahezu 35 Jahre lang an der Spitze der Stadt Neuenrade. Gleichzeitig war er von 1974 bis 1993 Vorsitzender der CDU Neuenrade, später auch Ehrenvorsitzender. 35 Jahre lang engagierte er sich als Mitglied des Neuenrader Stadtrates, so lange wie kein anderes CDU-Mitglied.
Seine außergewöhnlich lange Amtszeit fiel in eine Zeit tiefgreifender Veränderungen. Schmerbeck war Bürgermeister vor, während und nach der Gebietsreform und damit eine prägende Figur bei der Entwicklung Neuenrades zu der Stadt, die sie heute ist. Gemeinsam mit Stadtdirektor Josef Wegener gelang es ihm, die notwendigen freiwilligen Gebietsänderungsverträge auf den Weg zu bringen. Die Eingliederung Küntrops 1969 sowie 1975 die Verträge mit Affeln, Altenaffeln und Blintrop waren wichtige Schritte für die kommunale Entwicklung und den Erhalt der Selbstständigkeit Neuenrades. Parteifreunde erinnern sich und schildern sein Engagement für die Gebietsreform als „seine alles überragende Leistung“. In unendlichen Gesprächen mit den damaligen Verantwortlichen sei es ihm gelungen, diese zu überzeugen, sich trotz der damals noch sehr wichtigen Glaubensgrenze als katholische Dörfer, der evangelischen Stadt Neuenrade anzuschließen. Es sei ein sensationeller Erfolg gewesen, der u. a. durch die dadurch erreichte Einwohnerzahl von 10.000 die Selbstständigkeit der Stadt rettete.
Das Bürgermeisteramt war damals noch anders organisiert als heute: Während der Stadtdirektor für die Verwaltungsleitung zuständig war, war der Bürgermeister vor allem politischer Repräsentant und Kommunikator. Genau darin lagen Schmerbecks besondere Stärken. Er konnte Menschen zusammenbringen, für Ideen gewinnen und unterschiedliche Interessen miteinander verbinden.
Ein Bürgermeister mit Blick über die Stadtgrenzen hinaus
Besonders sichtbar wird dies an den beiden Städtepartnerschaften, die auf seine Initiative zurückgehen.
Die Verbindung mit dem niederländischen Dinxperlo nahm bereits in den 1970er Jahren ihren Anfang. Über persönliche Kontakte entwickelte sich eine dauerhafte Verbindung zwischen Menschen aus Neuenrade und Dinxperlo. 1978 wurde zunächst eine Städtefreundschaft begründet, 1984 folgte die offizielle Städtepartnerschaft.
Auch die Verbindung mit Klingenthal in Sachsen geht maßgeblich auf Hans Schmerbeck zurück. Bereits zu Zeiten der deutschen Teilung knüpfte er Kontakte in die damalige DDR. Eine offizielle Partnerschaft war damals noch nicht möglich, obwohl seitens der Ratsmitglieder großes Interesse bestand. Nach der Wiedervereinigung wurde die Städtepartnerschaft Neuenrade–Klingenthal bereits 1990 besiegelt. Spätere Bürgermeister würdigten Schmerbeck deshalb ausdrücklich als „Vater der Städtepartnerschaft Neuenrade-Klingenthal“.
Dass aus diesen Kontakten nach der Wiedervereinigung eine so intensive Partnerschaft entstand, war auch seinem persönlichen Engagement zu verdanken. Neuenrader Bürger, Vereine und Institutionen unterstützten Klingenthal in der Zeit des Umbruchs mit vielfältigen Hilfen – von Büchern und Kopierern bis hin zu Fahrzeugen für die Sozialstation und einem Feuerwehrfahrzeug.
Politik, Ehrenamt und gesellschaftliches Engagement
Schmerbecks Engagement begann allerdings lange vor seiner Zeit als Bürgermeister. Bereits 1949 war er mit gerade einmal 22 Jahren maßgeblich an der Gründung der späteren Gewehrsektion der Schützengesellschaft Neuenrade beteiligt und wurde deren erster Hauptmann. Die Nachkriegszeit stellte das Vereinsleben vor besondere Herausforderungen. Weil damals noch keine Gewehre getragen werden durften, trat die neu gegründete Gruppe zunächst mit Spazierstöcken auf, die mit Rosen geschmückt waren. Die damalige „Rosenstockkompanie“ wurde später zur Gewehrsektion.
Darüber hinaus hat er in der Schützengesellschaft Anfang der 60er Jahre als Organisationsoffizier die heutige Organisation und die sehr erfolgreiche Aufteilung der Gesellschaft in „Ober- und Unterstadt“ ins Leben gerufen.
Auch im sozialen Bereich setzte Schmerbeck Akzente. 1972 war er der politische Initiator zur Gründung der DRK-Begegnungsstätte. Dabei arbeitete er eng zusammen mit Wilhelm Erdmann, der bereits 21 Jahre zuvor den DRK-Ortsverein Neuenrade gründete und so das Fundament schaffte, das den Betrieb der Begegnungsstätte bis heute ermöglicht.
Hans Schmerbecks Ehefrau Marianne leitete die Begegnungsstätte anschließend über viele Jahre ehrenamtlich. Sie engagierte sich darüber hinaus selbst nachhaltig für das Gemeinwesen und gründete 1973 die CDU Frauen Union in Neuenrade.
Dass Hans Schmerbeck stets entschlossen handelte und zu denjenigen gehörte, die Entwicklungen frühzeitig aufgriffen und aktiv mitgestalteten, zeigt auch sein Engagement für die Senioren-Union. Bereits im November 1988 gründete er die CDU-Senioren-Union in Neuenrade – zu einem Zeitpunkt, als die Senioren-Union auf Bundesebene erst seit rund einem halben Jahr bestand.
Beim Blick auf das Lebenswerk Hans Schmerbecks zeigt sich ein breites Spektrum: Schützenwesen, Kommunalpolitik, soziale Arbeit, Vereinsleben und internationale beziehungsweise innerdeutsche Städtepartnerschaften waren für ihn keine voneinander getrennten Bereiche. Er verstand Kommunalpolitik als Aufgabe, Menschen miteinander zu verbinden und gemeinsam etwas für die Stadt zu bewegen.
Erster Ehrenbürger Neuenrades
Wie hoch seine Verdienste um die Stadt eingeschätzt wurden, zeigt eine besondere Auszeichnung: Am 3. Oktober 1999 wurde Hans Schmerbeck zum ersten Ehrenbürger der Stadt Neuenrade ernannt – unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt.
Über Jahrzehnte blieb er der einzige Ehrenbürger der Stadt. Erst im Jahr 2023 verlieh Neuenrade auch Friedrich Wilhelm und Dr. Ernst Hermann Kohlhage das Ehrenbürgerrecht.
Darüber hinaus wurde Schmerbecks Wirken auch auf Bundesebene gewürdigt. 1983 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande, 1991 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse.
Ein Name, der mit Neuenrade verbunden bleibt
Für die CDU Neuenrade ist der 100ste Geburtstag deshalb mehr als ein Blick zurück. Hans Schmerbeck steht für eine Generation von Kommunalpolitikern, die Neuenrade über Jahrzehnte begleitet und gestaltet haben. Seine fast 35 Jahre als Bürgermeister machen ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit der Neuenrader Nachkriegsgeschichte.
„Hans Schmerbeck hat Neuenrade geprägt – politisch, gesellschaftlich und menschlich. Sein sicherlich größtes Vermächtnis sind die freiwilligen Gebietsänderungsverträge, die uns bis heute unsere Selbstständigkeit als Stadt sichern konnten“, so die CDU Neuenrade.
Und so bleibt Hans Schmerbeck in der Geschichte Neuenrades unvergessen. Der Bürgermeister-Schmerbeck-Platz wurde ihm gewidmet, ein Platz zur Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens, zum Verweilen und für Veranstaltungen. „Dass der Bürgermeister-Schmerbeck-Platz heute ein Ort der Begegnung ist, hätte Hans Schmerbeck sicher gefallen. Menschen zusammenzubringen und Gemeinschaft zu fördern, war ihm immer wichtig“, so Lisa Hanke-Klute, Vorsitzende der CDU Neuenrade.



